Klarinetten von SCHWENK & SEGGELKE

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Informationen: Holzauswahl

Das Holz für Ihre Klarinette ist mehr als nur der Träger der Mechanik. Es ist der Resonanzkörper und hat großen Einfluss auf den Klangcharakter des fertigen Instruments. Die Hölzer haben unterschiedliche Oberflächenstruktur. Diese beeinflusst wie die Schallwellen im Instrument reflektiert werden. Das bedeutet, dass die Obertöne unterschiedlich stark ausgeprägt werden – vergleichbar mit einem Equalizer, der Bässe, Mitten und Höhen hoch- oder herunterregelt, wodurch sich das Klangempfinden einer Tonaufnahme teils enorm verändert.

Diese physikalisch messbaren Klangunterschiede sind jedoch wesentlich geringer als die psychoakustischen Unterschiede, also das Spielgefühl. Manche Hölzer strahlen stärker in den Raum ab, während andere mehr „im Körper“ klingen, der Spieler sich also besser selbst hört.

Neben der Holzwahl sind auch die Bohrung und die Anzahl und Positionierung der Tonlöcher wesentliche Faktoren für den Klangcharakter. Näheres dazu lesen Sie hier.

Wir verwenden viel Sorgfalt bei der Holzauswahl für Ihr Wunschinstrument. Mit unseren erprobten Techniken erreichen wir höchste Maßhaltigkeit und können helfen, Ihnen Ihr gewünschtes Blasgefühl und das gesuchte Klangspektrum zu ermöglichen.

Für unsere Klarinetten stehen zur Auswahl:

Grenadillholz (Dalbergia Melanoxylon)

Grenadillholz (Dalbergia Melanoxylon) aus Mosambik

Dieses Holz ist seit Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts in Gebrauch und mittlerweile wohl am meisten verbreitet bei Klarinetten. Es war damals leicht in großen Stückzahlen und guter Qualität zu beschaffen und für die Massenfertigung schnell maßhaltig zu verarbeiten. Das Holz hat eine der höchsten Dichten. Grundton und Höhen erklingen weniger stark, die Mitten werden jedoch gut übertragen. Ein zentrierter, kompakter Klang ist das Resultat.

Birne aus Grenadillholz
Abb.: Birne aus Grenadill mit versilberten Messingringen

Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Buchsbaum (Buxus sempervirens) aus Frankreich und der Türkei

Seit der Entstehung der Klarinette vor über 300 Jahren kam Buchsbaum im Instrumentenbau zum Einsatz. Jedoch ist Buchsbaum seit Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund industrieller Fertigung und der Möglichkeit, exotische Hölzer über die Kolonien zu importieren, immer seltener verwendet worden. Zudem stand das Holz auch wegen des sehr langsam nachwachsenden Bestandes kaum in der nötigen Menge zur Verfügung. Unsere Erfahrung im Nachbau historischer Klarinetten und die hörbar unterschiedlichen Eigenschaften von Buchsbaum haben uns bewogen, auch wieder moderne Klarinetten aus diesem fantastischen Material zu fertigen.

Instrumente aus Buchsbaum bieten eine große klangliche Beweglichkeit und dichten Klang auch in extremen Dynamiken (leise und laut) und extremen Tonlagen (hoch und tief). Ein ausdrucksvolleres Spiel ist die Folge, Einbußen in der Lautstärke gibt es ebenso wenig wie einen Mangel an Fokus.

Mittlerweile haben wir über 200 Klarinetten unterschiedlichster Stimmung und Bauweise aus Buchsbaum gebaut - Tendenz steigend (Stand 2019). Vor allem besticht das optisch sehr elegante Instrument durch seine Möglichkeit, feinste dynamische Schattierungen sehr direkt umzusetzen.

Birne aus Buchsbaum
Abb.: Birne aus Buchsbaum mit vergoldeten Messingringen

Mopane (Colophospermum mopane)

"Mopane" (Colophospermum mopane) aus Simbabwe, Sambia und Republik Südafrika

Dieses Holz ist bisher lediglich mit seinem afrikanischen Namen bei uns bekannt. In der Dichte und dem Gewicht ist es Grenadill (das bei den Afrikanern "Mpingo" genannt wird - hier ist die Nähe erkennbar) sehr ähnlich, hat aber einen anderen Faserverlauf und eine andere Farbe. Nach der Oxidation und dem Ölen wird es tief dunkelrot bis rotbraun.

Mopane füllt klanglich die Mitte zwischen den beiden anderen Hölzern aus. Es klingt stärker in den Raum als Grenadill, klingt also mehr nach vorne, was das Spielgefühl beeinflusst. In seiner Kompaktheit ist Mopane dem Buchsbaum nahe, der jedoch eine noch größere dynamische Bandbreite ermöglicht. Dadurch wird es zu einer eigenen Stimme.

Birne aus Mopaneholz
Abb.: Birne aus Mopane mit vergoldeten Messingringen

Cocobolo (dalbergia retusa)

Cocobolo (dalbergia retusa) aus Südamerika

Dieses Holz hat eine losere Faserstruktur, weshalb es besser für tiefe Instrumente geeignet ist. Wir verwenden es deshalb grundsätzlich nur zum Bau von Bassetthörnern und Bassklarinetten. Der Klang ist etwas weniger kompakt, sehr farbig und etwas weicher. Dadurch ergibt sich ein eigener interessanter Charakter der von einigen Musikern gewünscht wird.

Becher aus Cocoboloholz
Abb.: Becher aus Cococbolo

So unterschiedlich wie die Hölzer, so verschieden sind auch die Einsatzmöglichkeiten der Instrumente und die Wahrnehmung der Spieler. Deshalb hilft nur Ausprobieren und Vergleichen. Vereinbaren Sie dazu am besten einen Termin mit uns.