SCHWENK & SEGGELKE Klarinettenbau | Klarinetten mit deutscher Griffweise, Modell 2000

Klarinetten Modell 2000

Klarinetten mit deutscher Griffweise

Keineswegs nur in Deutschland, sondern inzwischen wieder öfter auch in der ganzen Welt finden unsere Instrumente in der deutschen Griffweise Verbreitung. Diese Griffweise geht zurück auf die ursprüngliche Tonlochanordnung der historischen Klarinetten, und ist in (gegriffen) G-Dur ohne Gabelgriffe. Seit dem späten 19. Jahrhundert besitzen fast alle Klarinetten mit deutscher Griffweise eine erweiterte Mechanik mit weitgehend offenen Halbtonlöchern, so dass eine chromatische Scala sehr gleichmäßig erklingen kann.

Seit dieser Zeit gibt es in Deutschland zwei Bohrungskonzepte: Aus den Instrumenten der sächsischen Schule hat sich eine enge Bohrung mit etwas kleineren Tonlochdurchmessern herausgebildet. Daneben gab es sowohl in Mitteldeutschland als auch im heutigen Böhmen/Tschechien Instrumente mit einer deutlich weiteren Bohrung und großen Tonlöchern. Beide Varianten unterscheiden sich durch den Blaswiderstand und sollten deshalb mit unterschiedlichen Blättern und Mundstücken gespielt werden: Enger gebohrte Instrumente besitzen mehr Blaswiderstand und spielen sich leichter mit einer offenen Blatt-Mundstück-Kombination. Weiter gebohrte Instrumente haben dagegen weniger Blaswiderstand und können mit Blatt-Mundstück-Kombination mit mehr Blaswiderstand gespielt werden.

Die Innenbohrung des Wiener Modells entspricht unserer weiten Bohrung, hat aber andere Korpusabmessungen. Es beinhaltet einige mechanische Optionen, die mit der Bauweise dieses seit den 1950er Jahren in Wien gebräuchlichen Instrumentes zusammenhängen. Deshalb ist die Auswahl bei der mechanischen Ausstattung begrenzt. Standardmäßig gehört zum Modell die Ausgleichsklappe für e/h‘‘ am Oberstück.

Das Mundstück hat nicht nur einen Einfluss auf den Blaswiderstand, sondern auch auf die Intonation des Instruments. Wir empfehlen zu unseren Instrumenten Mundstücke mit der von uns überarbeiteten Bohrung zu spielen.

Die Qualität einer Klarinette wird nicht durch die Anzahl ihrer Klappen definiert. Ihr Preis allerdings schon. Daher haben wir uns ein System ausgedacht, bei dem Sie sich eine in handwerklicher Einzelanfertigung gebaute Klarinette nach Ihren Anforderungen und nach Ihrem Geldbeutel zusammenstellen können. Sehen Sie sich dazu unseren Konfigurator für Klarinetten des Modells 2000 an.

Einige von uns entwickelte mechanische Komponenten erklären wir im Folgenden:

  • Die H- und Cis- Stangen für den linken kleinen Finger sind auf separaten Achsen gelagert, so ist die Länge der Röhrchen doppelt so lang wie gewöhnlich. Die Tonlöcher werden von längs gelagerten Klappendeckeln indirekt angesteuert, so ergibt sich eine größere Öffnung bei geringerem Klappengang am Finger.
  • Die Drückerflächen für den gesamten Bereich des linken kleinen Fingers sind um etliche Grad mehr nach oben gedreht als bei der herkömmlichen Bauweise. So wird eine entspannte Haltung für die linke Hand erreicht.
  • Die A- Klappe am Oberstück ist mit einem Mitnehmer zur As- Klappe verbunden. So kann das Tonloch klein bleiben und trotzdem ergibt sich ein besseres Resonanzverhältnis, weil das As- Tonloch geöffnet ist. Der Wechsel zwischen beiden Tönen muss nicht extra geübt werden, ein Halbtontriller ist ebenfalls einfach möglich (auch mit rechts gegriffenem As über die 2. Trillerklappe).

Optional wählbare Komponenten:

  • Physikalisches Herzstück ist die Überblasklappe mit zusätzlich öffnender b- Resonanzklappe. Anstelle des Daumenloches befindet sich eine Deckelklappe, die im nicht gedrückten Zustand eine Resonanzklappe für das b bei gleichzeitig geöffneter Überblasklappe freigibt. Bleibt die Daumenklappe geschlossen, ist auch die b- Resonanz geschlossen. Diese einfache Mechanik sorgt dafür, dass die Überblashülse eng gebohrt bleiben kann und keine Rücksicht auf das b genommen werden muss. Die Intonationskorrektur für das b besorgt dann das zusätzlich geöffnete Resonanzloch.
  • Das Tonloch für A/e" am Unterstück (3.Finger rechte Hand) wird geteilt und mit einem am Brillenring befestigten Resonanzloch versehen. Dadurch bleibt das offene Tonloch klein genug für ein tiefes A, und das Resonanzloch bewirkt ein ausreichend hohes e".
  • Als einziger Hersteller verwenden wir seit Mitte der 1990er Jahre serienmäßig die von der Firma Clarissono entwickelten Quartz-Resonanz-Polster, die sich durch Langlebigkeit, beste Resonanzeigenschaften und nebengeräuscharme Funktion auszeichnen.

Außerdem können Sie im Konfigurator auch aus drei Holzarten wählen. Die Unterschiede erklären wir hier.

Weitere Informationen zur Fertigung unserer Instrumente finden Sie auch hier.

Die historisch bedingte Vielfalt beruht auf einem weitgehend diatonisch aufgebauten Instrument. Auf einer solchen Klarinette lassen sich Tonarten bis etwa drei Vorzeichen noch gut spielen. Darüber hinaus sind Klang, Intonation und technische Flexibilität eingeschränkt. Daher war der Bau von Instrumenten in unterschiedlichen Stimmungen nötig.

Später zeigte sich, dass auch bei chromatischer Bauweise der charakteristische Klang einer bestimmten Baugröße erhalten bleibt.

In den Partituren des 19. und 20. Jahrhunderts werden deutlich mehr Stimmungen verzeichnet als heute Instrumente gebräuchlich sind (C- und D-Klarinette). Wir wollen diese historische Spielpraxis wiederbeleben und im modernen Musikbetrieb weiterhin ermöglichen, um den Reichtum an Klangfarben weiter zu entwickeln.

Konfigurator Modell 2000

Konfigurator Modell 2000

Hier können Sie die Optionen für Ihr Wunschinstrument selbst zusammenstellen.

Jetzt starten

Arthur Adams: Twilight Chimes

Aus der CD Clarimonia Twilight.
Informationen zur CD finden Sie hier

Nino Rota, Sonate (1. Satz, Ausschnitt)

Aus der CD Sonaten mit Heiner Schindler.
Informationen zur CD finden Sie hier

Jan Sobeck, Trio F-Dur (1. Satz, Ausschnitt)

Aus der CD Trio Pleyel.
Informationen zur CD finden Sie hier


Sie haben weitere Fragen oder besondere Anforderungen?
Schreiben Sie uns, oder rufen Sie uns an!